Die Hamburg Messe und Congress GmbH zeigt zum ersten Mal als Galerie im öffentlichen Raum die Ausstellung

HALBZEIT

2014 ist das Jahr, in dem der geburtenstärkste Jahrgang in der Geschichte der Bundesrepublik seinen 50. Geburtstag feiert. Wer sind die Baby-Boomer von damals, was unterscheidet sie, was ist aus ihnen geworden? Der Fotograf Michael Korte hat 50 50-Jährige in Hamburg auf der Straße fotografiert. Die Bilder wurden nicht retuschiert. Lediglich Licht und Schatten nutzt der Fotograf zur Interpretation. Es sind 50 sehr eindrucksvolle und aussagestarke Bilder entstanden, die diesen Jahrgang ehrlich, respektvoll und für sich selbst sprechend portraitieren.

Die Bilder werden ganz bewusst nicht in einer geschlossenen Galerie, sondern im öffentlichen Raum ausgestellt, um dahin (überlebensgroß) zurückzukehren, wo der Fotograf sie angetroffen hat, in den Alltag. Es geht nicht um inszenierte Schönheit, Verkäuflichkeit oder Klischees, sondern um Persönlichkeit, Reife, Individualität, Diversität und natürlich um das Älterwerden, das Altern, inmitten einer Gesellschaft, die dieses Thema auf allen Ebenen zwiespältig behandelt.


VERANSTALTER: Hamburg Messe und Congress GmbH
Gegenüber Messeplatz 1, 20357 Hamburg, T +49 40 35 69-0, www.hamburg-messe.de

IDEE und KONZEPT: Joachim J. Kühmstedt
REDAKTION: Maria Regina Heinitz
DRUCK UND PRODUKTION: CKS Megaprint
WEBPROGRAMMIERUNG: Andreas Hurst

Wir danken herzlich unseren Sponsoren, die diese Ausstellung ermöglicht haben:

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Willkommen
ANDREAS drucker
„Geburtstage sind spätestens ab jetzt bedeutungslos.“
MILKA
KAI edv berater
„Naja, man denkt halt schon mal dran, daß jetzt mindestens die Hälfte erreicht ist. Aber letztendlich ist es doch nur eine Zahl …“
STEPHAN fotograf
„Ich war nie jemand der gedacht hat: So wie es war, war es richtig. Und eine ganze Menge was man so falsch machen kann, habe ich falsch gemacht, das würde ich gerne, wenn ich es könnte, anders machen.“
ALEXANDER unternehmer
„Grundsätzlich glaube ich, dass ich bereits weiter als „Halbzeit“ bin. Wenn ich überhaupt dem 50. eine größere Bedeutung geben würde, dann ist es tatsächlich eine erstmalige wirkliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Alter. Das Gefühl, dass alles endlich ist, wird mir bewusster.“
HEIKE †
DET fotodesigner
„Alter/Älterwerden ist „MU“. Nichts, da ist nichts. Hinter den Gedanken ist nichts! Ich könnte mein Älterwerden unendlich oft bedenken, aber es wäre immer das Gleiche. Ich werde älter und irgendwann werde ich sterben. Das ist so, nicht mehr und nicht weniger. Also: „So what?“ Ran ans Leben, jetzt. Es dauert so lange es dauert.“
DIRK polizeibeamter
„Älterwerden ist für mich ein schwer zu akzeptierender Umstand. Die nachlassende körperliche Belastbarkeit und Ausdauer machen mich nachdenklich. Das einzig Gute am Ältersein, ist die größere Akzeptanz im geschäftlichen Bereich und eine größere Erfahrung mit vielen Dingen. Ansonsten könnte ich auf das Älterwerden verzichten.“
FRANK künstler
„Für mich spielt Alter nie eine Rolle. Ich feiere nie Geburtstage. ...
Es hat wohl etwas mit meiner Krankheit (Knochentumor) zu tun. Da freue ich mich einfach über den nächsten Tag. Aber ich feiere meinen 50. Geburtstag, weil ich versprochen habe, dass ich den feiere.“
GERHILD packungsdesignerin
„Ich gucke in den Spiegel und nehme alle Veränderungen wahr. Die detailwahrnehmende Designerin sieht alle Feinheiten, die kleinsten Dinge und stellt fest, seit 2 Jahren gehen die Veränderungen viel schneller. Aber ich weiß, mein Blick auf mich muss da milder und anders werden. Die Altersweitsicht könnte helfen! Inzwischen weiß ich: Alles was ich noch lernen soll, kommt so lange, bis ich es gelernt habe. All diese Situationen, ich weiß, dass sie nicht mehr auftauchen, wenn ich die Lektionen gelernt habe. Und sei es nur, dass ich eine andere Haltung dazu habe und deswegen die Situation nicht mehr so ist.’“
RALF feuerwehrbeamter
„Ich bin nicht der Typ, der auf sein Alter guckt. Ich nehme zur Kenntnis, dass diese Zahl in den nächsten Monaten auf mich zurollt. Man ist so alt, wie man sich fühlt, aber ich fühle mich nicht wie 50! Ich stelle fest, dass um mich herum mein Umfeld altert, aber für mich selbst will ich das noch gar nicht so realisieren.“
CHRISTIANE filialleiterin
„Ich bin durch und durch glücklich, war nie glücklicher als jetzt.“
HEIDI kauffrau
„Ich habe viel im Jetzt gelebt, speziell mit unseren drei Kindern von einem Tag in den nächsten, was intensiv und sehr schön war, aber mir heute viel Zeit nimmt, da ich das Chaos der letzten 20 Jahre bewältigen muss.“
HAUKE diplom ingenieur
„Hier und da hätte ich vielleicht mehr auf Ratschläge eingehen können. Ich lern draus.“
HARTMUT autor und literaturaktivist
„Ich habe deutlich das Gefühl, dass ich nicht hundert werde. Wenn so was passiert, ok, spannend ... aber ich habe nie das Gefühl gehabt, ich müsste unbedingt hundert werden.“
DAMAR universitätslektorin, literaturübersetzerin
„Ich habe keine Angst vor dem Alter. Es ist nicht so erschreckend, wie man es in jungen Jahren glaubt. Auch diese Gelassenheit ... hätte ich früher nie gedacht …“
HEIKO geschäftsbereichsleiter
„Meine ersten 50 Jahre haben mich gelehrt: Keep it simple. Das Leben ist zu kurz und zu schön, um es kompliziert zu machen.“
HEINZ gastronom
„Was ich erstaunlich fand war, dass der 45. für mich viel mehr bedeutet hat als der 50. Ich war ja schon von Berufs wegen Dauerjugendlicher, und ich konnte mich, bis ich so 44 war, gut in die 20er zurücklügen. Das war dann plötzlich vorbei. Aber das war nur eine kurze Phase. Jetzt finde ich es großartig. Und es ist auch schön, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind.“
KATRIN
„ … dass ich 50 geworden bin – Du hättest mich jetzt auch über die Bedeutung meinen 42. Geburtstages fragen können – oder 38 …“
HOLGER projektmanager new media
„Mein Lebensmotto: Es ist nie zu spät, eine schöne Kindheit zu haben, wird immer wichtiger!“
HOLGER freier autor und realisator
„Es gibt nicht mehr die Möglichkeit, unendlich viel auszuprobieren … man beginnt zu resümieren … Resignation, Frieden finden, Kindern helfen ...“
INES mode- und textilprint-designerin
„Ich denke, dass wir aufpassen müssen, unser Leben wirklich zu erleben. Ich habe so viele Kerzen gleichzeitig angezündet, aber ich wusste auch, dass ich das kann. Jetzt glaube ich eher, dass nur eine Flamme oft mehr Licht und Wärme spenden könnte. Am Ende muss jeder seine eigene Stärke wahrnehmen und nutzen, so das Leben ihn lässt ….“
INGO software-entwickler
„Der Vater eines Freundes von mir ist mit 83 Jahren noch in einer kleinen Segeljolle, die nicht einfach zu segeln ist, mit seinen Enkelkindern auf den See gefahren. Das hat mich sehr beeindruckt. Ich wünsche mir, dies im Alter auch noch machen zu können.“
JENS PETER fotofachverkäufer
„Je älter ich werde, desto häufiger kann ich auch über mich selbst lachen. Herrlich! Warum soll ich mich mit einem Gürtel quälen, wenn Hosenträger doch viel bequemer sind?“
JO designer
„Ich habe, ganz ehrlich, das Problem, dass ich mich überhaupt nicht wie 50 fühle. Ich entspreche für mich nicht dem Bild, das ich früher von einem 50-Jährigen hatte. Ich fühle mich eher wie Anfang 30. Nur habe ich jetzt viel mehr Lebenserfahrung und andere Intentionen, als die, die ich früher hatte.“
JUTTA künstlerin
„Man findet diese Zahlen immer so brutal. Aber bei 50 habe ich zum ersten Mal so richtig über das Leben nachgedacht. Und ich habe bemerkt, dass die Zeit das Kostbarste ist. Ich wünschte mir, dass die Momente länger werden. Ich glaube, dass ich die Zeit mal als langsamer empfunden habe.“
HARALD trockenbauer
„Bis vor 20 Jahren war ich noch ein Nietenpunk. So mit allem: Reisen, Rumgammeln, Nichtstun, in besetzten Häusern leben, Schnorren. Ok. Man kann vielleicht gesünder leben. Aber ich kenne so viele Alte, die rauchen und Bier trinken. Warum soll ich also aufhören zu rauchen, warum soll ich aufhören, Bier zu trinken? Ich mache auch keinen Sport, ich bin viel zu faul ... Ich möchte einfach nur gesund bleiben.“
KARIN köchin
„Ich fühle mich gutmütiger dem Leben gegenüber. Das ist etwas Großes. Das bedeutet mir viel, dass ich dort angelangt bin. Das wollte ich.“
HENDRIK head of marketing
„Eins der Dinge, die für das Leben extrem wichtig sind, ist, dass man es in irgendeiner Form hinkriegen muss, bei sich zu sein. Und wenn man das hinkriegt, hat man sehr, sehr viel erreicht.“
MAREN hebamme
„Der Tod ist für mich immer ein Thema, auch beruflich. Aber mehr denke ich an meine Altersvorsorge. Thema: Rente, Absicherung, habe ich genügend? Ich rechne hoch. Das sind eher die Themen, aber nicht, dass ich Angst habe vor dem Altwerden oder Sterben. Da bin ich ganz weit weg.“
MARK selbständig
BARBARA freiberufliche köchin
„Mir ist das Altwerden eigentlich egal. Das einzige, das mich nervt ist, dass ich merke, dass man von mir bestimmte Dinge erwartet oder erwartet, dass ich bestimmte Dinge nicht mehr tue: Dass ich bestimme Klamotten nicht mehr trage, in bestimmte Läden nicht mehr gehe. Ich glaube, dass ich in meiner ganzen Lebensstruktur jünger bin, als viele jüngere Leute.“
MICHAEL angestellter
„Irgendwie war es schon komisch, halbes Jahrhundert ... aber vor allen Dingen kam mir immer wieder in den Kopf ... 'bald biste Rentner', darüber hatte ich vorher nie nachgedacht.“
MICHAEL gruppenleiter anwendungsentwicklung
„50 ... Emotional ein besonderer Meilenstein, praktisch hat sich nichts geändert.“
ANNEMARIE designerin
„Wenn ich zurückblicke, ich würde nichts anders machen. Gar nichts. Selbst meine (Krebs-)Krankheit hat mich auf einen Weg gebracht. Es gibt nichts, das ich missen möchte. Selbst die schlimmsten Dinge, durch die ich gehen musste, waren wichtig für mich.“
MORITZ kameraassistent
„Ich hätte gerne Kinder gehabt, aber es ist anders gekommen.“
NORBERT bühnen- und kulissengestaltung
„Zuerst wollte ich meinen 50. Geburtstag nicht feiern. Doch dann habe ich meine ganze Familie zum Feiern eingeladen. Und zwar dort, wo wir als Kinder gelebt haben. Ich hab mich dann ein bisschen abseits gesetzt und mir alle angesehen.“
ANNEROSE buchhändlerin
„50 sein hat für mich auch zu tun mit: Manche Dinge nicht mehr aufzuschieben, weil man denkt: Worauf soll ich denn jetzt noch warten? Das finde ich sehr spannend.“
OLAF gerüstbauer und studierter philosoph
„Der 50. war ein ganz normaler Geburtstag. Rückblickend würde ich nicht wieder zur NVA gehen wollen. Vielleicht hätte ich ein bisschen artiger im Leben sein sollen, aber sonst hätte ich alles genau so gemacht.“
PHILINE produzentin & regisseurin
„Ich gehe von 100 Jahren Lebenszeit aus. Was natürlich anders scheint, ist die Form der Energie, der Kraft, aber ich glaube, dass Du mit diesem Erfahrungswissen einen bewussteren Energieaufwand brauchst. Bei mir ist 50 ein totaler Umbruch, oder besser Neustart. So wie, wenn Du einen Computer neustartest. Mal System checken und ob die Dinge, so wie Du sie gemacht hast, oder die letzten Jahre gemacht hast, ob die immer noch angemessen sind, ... wie man sich verhält, oder was man tut oder wo man sich aufreibt oder nicht …“
REGINA musikerin
„Dass sich das Gesicht verändert und der Körper nicht mehr so schön ist: Das nehme ich an. Wer meint, dass eine Frau mit 50 immer noch aussehen muss wie mit 30 – der ist dumm!“
RENATE verlegerin
„Der 50. war der erste Geburtstag in meinem Leben, auf den ich mich überhaupt nicht gefreut habe. Zum Glück behält das Negativdenken aber nicht immer recht. Rückblickend weiß ich, dass es ein unerwartet schöner und sehr besonders unvergesslicher Tag für mich war. Und dieses Gefühl lässt mich neugierig in die Zukunft blicken …“
RENATO unternehmer, designer
„Es hat sich Folgendes geändert: Wenn man jüngeren Frauen sagt, man ist 50, dann ist man raus. Jetzt kommt man schon in die Kategorie Großvater"
CERRIN mutter
„Alles, was ich getan habe, ist für meine Biographie wichtig gewesen. Auch die unschönen Dinge – alles hat mich zu dem werden lassen, was ich heute bin. Nur eines würde ich nicht wieder machen wollen: ich habe mich in meiner Jugend verunsichern lassen und für eine Zeit lang meine Werte verlassen, mich betäubt, um nicht genau hingucken zu müssen. So etwas würde ich nicht wieder machen und würde auch jeden anderen davor bewahren wollen.“
THOMAS designer
„Älterwerden bedeutet für mich: Angst vor dem Morgen, … Angst vor dem was war, … Angst nicht zu sein und nicht zu werden …, das Denken ist die Quelle der Angst und der Lust, ich lasse mich vom Denken aber nicht mehr so oft übertölpeln wie früher. Weniger denken, mehr lernen …“
TIMO musiker, komponist
„Ich bereue nichts!“
SUSANA technische zeichnerin, schiffbau
„Ich war 20 Jahre Junkie ... Ich denke jeden Tag an den Tod. Danach ist irgendwas. Manchmal denke ich, da ist ein anderer Planet, da spielen die den ganzen Tag Schach.“
ULF creative director
„Rückblickend würde ich dies anders machen: Ich würde Apple und Google-Aktien auf dem Tiefstand kaufen, Hugh Hefners bester Freund werden, eine Partei an die Macht bringen, die Konzernen die Stirn zeigt und uneigennützige Dinge erfinden, die allen Menschen weiterhelfen. Wenn ich dann aus meinem Traum aufwache … dann ändere ich nicht wirklich was. Mein Leben ist gut so, wie es ist. Nur weil man etwas anders machen würde, heißt das ja nicht automatisch, dass es auch besser wird. Es wird eben nur anders!“
WOLF kaufmann
„Ich hab‘ mal eine Frau im Flugzeug getroffen, die war 80. Und damals war ich 30. Die hat zu mir gesagt: „Ich hätte mir das nicht so vorgestellt, dass das so ist, wenn man 80 ist.“ Ich glaube, es ist immer das selbe: Wenn man 30 ist, 40, 50 – und auch mit 80. Dass man rückwirkend immer denkt, das wäre ganz anders und die anderen wären immer ganz anders oder älter gewesen. Wenn ich jetzt denke, ich bin 50, dann hat das keine besondere Bedeutung. Wenn die Leute jammern, dass sie jetzt 40 werden oder so, dann sage ich immer: „Hey, es gibt Leute, die hätten einiges darum gegeben, jetzt 40 geworden zu sein!“
JÖRG grafiker, tischler
„Ich konzentriere mich jetzt auf das Wesentliche, das, was ich wirklich möchte. Das habe ich in den letzten Wochen gelernt.“